Von Bonsais und deren Pflegern

von Natasha Starkell | 04.12.2013 | bonsai , geschichte , halter , pflege , herkunft | 0 Kommentare | Bewertung: 0 Bewertungen

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Bonsais und deren Halter

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Bonsais begeistern seit fast 2.000 Jahren. Hier werfen wir einen kleinen Blick auf ihre Geschichte - und Halter

Er trägt seine Krone mit Stolz und Selbstvertrauen, ist dabei jedoch nicht abgehoben. Die Geschichte seiner Dynastie reicht bis zu 2.000 Jahre zurück, seine Wurzeln liegen im sagenumwobenen Japan. Oder auch nur kurz unter der Erde in dem kleinen Topf auf der Fensterbank. Die Sprache ist von den kleinen Bonsai-Bäumchen, die sich so großer Beliebtheit erfreuen.

Ganz wie es sich für ein Hobby gehört, aus dem man eine Wissenschaft machen kann, gibt es etliche Formen und Arten dieser Zierbäume. Je nachdem, wie die Stämme gebogen sind, wird ein anderer Charakter ausgedrückt. So gibt es die übliche aufrechte Wuchsform, Charakterformen wie "Bankan" (übersetzt heißt dies „Drache“) und Luftformen, die möglichst danach aussehen sollen, als seien sie vom Wind in ihre Form gepeitscht worden. Weiterhin sind Sonderformen wie die "Yose-ue" verbreitet, die so genannte Waldform, die aus mehreren jungen Bäumen nebeneinander entsteht. Bei den Arten ist alles möglich, von der Kiefer bis zur Azalee mit ihren kleinen Blüten. Für den typischen Anfänger sind Ficus-Arten zu empfehlen, da sie weniger empfindlich und pflegeintensiv sind als andere Bonsai-Arten.

Aber werfen wir doch einen Blick auf die Verehrer solcher Bäume. Wer pflegt solche Bonsai- Bäumchen? Ist es ein einsamer Junggeselle, der neben seinen Computern ein geduldsames Hobby sucht? Oder vermag eher ein Geschäftsmann ein solches Kunstwerk hervorzubringen? Vielleicht hat auch die Hausfrau von nebenan einen grünen Daumen für die empfindsamen Gebilde? Fakt ist, die Pflege eines Bonsais kann jeder erlernen und einen typisierten Bonsai- Menschen gibt es nicht. Wer sich jedoch überlegt, sich näher mit dem Thema zu befassen, sollte Geduld mitbringen. Denn immerhin handelt es sich bei Bonsais nicht um eine Miniaturausgabe normaler Bäume, sondern um ganz gewöhnliche Bäume wie wir sie aus dem Stadtpark kennen. Und würde man ihnen die Freiheit geben, würden sie mehrere Meter in die Höhe wachsen und einen guten Sonnenschutz abgeben.

Dass es in China und Japan Bonsai-Museen sowie Ausstellungen gibt, ist denkbar klar. In europäischen Gefilden bilden solche Liebhaber eher eine Minderheit. Und was machen Minderheiten? Richtig, sie gründen einen Verein. Diverse Zusammenschlüsse solcher Bonsai-Fanatiker bereichern mittlerweile die Clublandschaft Deutschlands und finden bei ihren Ausstellungen durchaus regen Zulauf. Ein regelmäßiges Kräftemessen findet beispielsweise bei der EBA (European Bonsai Association) statt, die jährlich in einem ihrer Mitgliedsstaaten den Bonsai-Europameister zu küren sucht. Wie in einer Europameisterschaft üblich, treten hier die jeweiligen Landesmeister gegeneinander an und jeder hofft auf den begehrten Sieg mit seinem kleinen grünen Schützling.

Mitunter werden von Baum- beziehungsweise Bonsaischulen Wettbewerbe veranstaltet, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Für gleiche Startbedingungen werden daher Setzlinge vergeben, die einige Jahre Zeit haben, um wettbewerbsfähig zu werden. Damit die Kleinen auch brav das tun, was sie sollen, sind für viele "Bonsaianer" keine Grenzen gesetzt. So wird für den allerbesten Standort, nebst vorheriger Licht- und Luftanalyse, alles beiseite geschafft, was dafür nötig ist. Der Zögling wird mit Musik beschallt, damit er anmutig im Takt wächst. Gerüchten zufolge dürfen sich diese Setzlinge alles erlauben, nur damit sie groß und stark werden. Sofern das Bonsai-Bäumchen es also möchte, darf es mit ins Schlafgemach. Dabei überwintern einige Zimmerbonsais relativ kühl bei 16°C. Und was tut der gute Pfleger, um seinem Pflänzchen das zu geben, was es will? Genau! Die Heizung bleibt einfach aus. Ist zum Schlafen sowieso viel gesünder und spart zudem Heizkosten.

Photo credit: 김덕훈 / CC BY-ND


Natasha Starkell
Geschrieben von Natasha Starkell

Working mum, struggling with gardening chores.

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