Unsere Pflanze der Woche: Das Duftveilchen (Viola odorata)

von Stephanie_Danner | 10.03.2014 | blume , pflanze der woche , duftveilchen , viola odorata , viola | 0 Kommentare | Bewertung: 3 Bewertungen

Viola odorata

Viola odorata

Viola odorata

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Wie der Herr so´s Gescheer! Ein bisschen Botanik und ein bisschen Geschichte.

Um unsere aktuelle Pflanze der Woche, das Duftveilchen ranken sich viele Mythen. Bereits in der Antike kultiviert, kam es bei religiösen Riten und in der Heilkunde zum Einsatz. Im Altertum war die Pflanze mehreren Gottheiten geweiht und bei so manch skurrilem feierlichen Ritus schmückte ein Kranz aus süss duftenden Veilchenblüten die Häupter der, wahrscheinlich nackt um ein Feuer tanzenden, Crowd. Dem - überhaupt nicht unheimlichen - Hirtengott Pan wurden Veilchensträusse als Gabe dargebracht und natürlich galt das Veilchen auch den Griechen schon als Blume der Liebe. 

Eine besonders anrührende, geschichtsträchtige und irgendwie echt knuffige Liebesgeschichte, die auch mit einem Veilchensträusslein begann war die Geschichte von der grossen Liebe des kleinen Napoleon Bonaparte. 

Napoleons erste Frau Josephine Beauharnais trug auf dem Ball, an dem sich Napoleon unsterblich in sie verliebte, einen Bund Veilchen zu ihrem Kleid, den sie ihm - ganz schön keck Josi – zugeworfen haben soll. Bekanntermassen erwiderte die Dame seine Liebe und das erste prominente Veilchenliebhaberpaar war geboren: Josepoleon. Natürlich trug Josephine auch auf ihrem Hochzeitskleid Duftveilchen und bekam fortan von ihrem Gemahl zu jedem Hochzeitstag welche  geschenkt. Als zum Hochzeitstag 1808 keine Veilchen eintrafen wurde Josephine klar, dass die Scheidung in Sicht war. Während Napoleons sich von Josi trennte blieb er dem Duftveilchen als erklärter Lieblingsblume treu: es wurde zum Emblem der Bonapartisten und nach seiner Verbannung nach Elba legte sich Napoleon den Decknamen Corporal Violette also Korporal Veilchen zu (ja: TRUE STORY!). Das Napoleonveilchen wurde zum Kampfsymbol seiner politischen Anhänger und ein Veilchenstrauss an der Haustüre zum gewagten Bekenntnis zur Gesinnung. Nachdem Napoleon im Exil starb fand man bei ihm eine Goldkapsel, die zwei getrocknete Veilchen vom Grab seiner inzwischen verstorbenen Liebe Josephine enthielt. 

Und so wie Herrchen und Hund eine, oft nicht zu leugnende, Ähnlichkeit besitzen, kann man meines Erachtens auch zwischen Corporal Veilchen und seiner Kampfblume viele Parallelen entdecken...Aufmerksamkeitsgeil, Zäh trotz kleinem Wuchs und voller Erfolgsdruck!

Denn, wie der erfahrene Veilchengärtner sicher weiss: das Duftveilchen ist ganz zu Unrecht immer zum Symbol für Bescheidenheit, Demut und Unschuld erkoren worden. Zwar zeichnet es sich durch eine sehr schlichte Wuchshöhe und eher kleine, feine Blüten aus, doch versteht es sehr gut mit seinem intensiven Duft und einer grossen Farbpalette die Aufmerksamkeit ganz auf sich zu lenken. Ausserdem täuscht die Feinheit der Pflänzchen über ihre tatsächliche Beharrlichkeit hinweg, da sich nur wenige Pflanzenfamilien so zäh, zielstrebig und effektiv ihr Dasein in ihrem Terrain erkämpfen wie Familie Veilchen. Das Veilchen verbreitet sich durch Ausläufer und kann so weite Flächen besiedeln. Und natürlich -  als einer der ersten Boten des Frühlings, mit einer Blütezeit zwischen März und April ist das Duftveilchen immer als erstes ganz vorne mit dabei! Wie der Herr so´s Gescheer in Reinform also! 

Bildquelle:  Bestimmte Rechte vorbehalten von --Tico--


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