Pflanze der Woche: Die Thunberg-Berberitze (berberis thunbergii)

von Stephanie_Danner | 23.04.2014 | berberis thunbergii | 0 Kommentare | Bewertung: 5 Bewertungen

berberis thunbergii

berberis thunbergii

Berberis thunbergii Green Carpet

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Berberis thunbergii, Schülerin des Zenon: Ein gleichmütiges und farbenfrohes Pflänzchen ohne jeden Stress.

Es gibt sie unter den Menschen ebenso wie unter den Tieren: Diese bewundernswerten Exemplare einer Gattung, die sich anscheinend durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen lassen. Individuen, bei denen Gemächlichkeit und ein gewaltiges Mass an Stoizismus Programm ist; neben denen man sich selbst immer ein wenig zu nervös, zu besorgt, zu überdreht vorkommt. Und ich finde sie gut, diese Wesen, die in einem dauermeditativen Zustand immer ein bisschen über den Dingen zu schweben scheinen. Diese Welt braucht sie. Umso schöner, wenn man entdeckt, dass nicht nur Tier und Mensch, sondern auch Vertreter der Flora die wunderbare Eigenschaft einer schier endlosen Unerschütterlichkeit ihr eigen nennen können.

Eine solche botanische Ausgeburt des Gleichmutes ist auch unsere Pflanze der Woche, die Thunberg-Berberitze. Der meist sommergrüne Strauch (es gibt auch einige immergrüne Sorten) gehört zu der etwa 450 Arten umfassenden Gattung Berberis und war ursprünglich nur in Japan und China beheimatet, bis sie der Schwede Carl Peter Thunberg im 18. Jahrhundert nach Europa brachte. Der Name Thunberg-Berberitze umfasst viele verschiedene Unterarten und eine Vielzahl von prächtigen Laubfärbungen mit kleinen Blüten und scharlach- bis korallenroten Beerenfrüchten. Alle haben jedoch eines gemeinsam: Ihre robuste Ader. In ihrer ursprünglichen Heimat wächst die Pflanze nämlich vor allem an Gebirgshängen, was einem Strauch mit einer Wuchshöhe bis zu 2 Metern wohl einiges an Zähigkeit abverlangt. Und so verwundert es nicht gross, dass die Thunberg-Berberitze frosthart, windresistent, schnitt- und stadtklimafest ist und noch dazu ein hohes Ausschlagsvermögen hat. Eine weitere Eigenschaft die all diese pflanzlichen Felsen in der Brandung gemeinsam haben, ist ein sehr sehr langsames Wachstum. So manche ihrer Art lassen sich in aller Ruhe mal so 20 Jahre Zeit, bis sie ihre endgültige Wuchshöhe erreicht haben. 

Trotz dieser, dem Strauch ureigenen, Engelsgeduld was das eigene Wachstum betrifft eignet sich die Thunberg-Berberitze gerade wegen ihrer Resistenz gegen so ziemlich Alles und Jeden sehr gut als Heckenpflanze. Die oft wunderschöne Herbstfärbung und die zierenden Früchte, die bis in den Winter hinein am Strauch bleiben machen sie aber auch zu einem interessanten Zierstrauch für den Garten. Und einmal gepflanzt stellt diese Berberitze wenig Ansprüche an den Gärtner. Während viele Teile der Pflanze, wie bei allen Berberitzen-Arten, für den Menschen giftig ist, stellt sie gerade für Vögel und Bienen eine wichtige Nahrungs- und Nektarquelle dar und ist auch ein attraktiver Nistplatz.

Wenn man also nicht gerade reinbeisst ist die Thunberg-Berberitze ein robuster, gemütlicher, anspruchsloser, stoischer Strauch, der ganz zenmässig in sich ruht. Und ja. Sowas braucht diese Welt. 


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