Pflanze der Woche: Das Becherkätzchen (Garrya elliptica)

von Stephanie_Danner | 07.04.2014 | garrya elliptica , becherkätzchen | 0 Kommentare | Bewertung: 1 Bewertungen

Garrya Elliptica

Garrya Elliptica

Garrya Elliptica

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Eine schöne Zierpflanze mit Tendenzen zu Prahlerei und vornehmer Zurückhaltung.

Bei sehr vielen Tierarten ist es ein uns durchaus bekanntes Bild: Das mausgraue kleine Weibchen wirkt fast unsichtbar neben einem farbenprächtigen, sich aufplusternden Männchen, das sein gesamtes Repertoire an Imponiergehabe rauslässt. Doch nach anfänglichem Seufzen über soviel Selbstverliebtheit finden wir sie dann doch meist ganz niedlich...diese kleinen Piepmätze zum Beispiel, die ihre bunten Brustfedern bis an die Grenze des Machbaren aufbauschen und mit ihren kleinen Tanz- und Gesangseinlagen alles geben, was sie jemals zu geben hatten. Auch einige zweihäusige Pflanzenarten (zweihäusig = diözisch = eine Pflanze einer Art besitzt entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten) haben sich auf diese Teilung in der eigenen Präsentation geeinigt.

Der Becherkätzchen-Pflanzenmann ist einer dieser Pfauen in der Flora. Im Vergleich zur weiblichen Pflanze dieser immergrünen Art besticht die männliche Pflanze vor allem durch dicht gewachsene, weiche Kätzchen, die mit ihren Farben von grau-grün und gelb-grün bis zu einem zarten violett wohl bei jeder Becherkätzchen-Pflanzenfrau die Photosynthese ordentlich in Gang bringen. Die Leichtigkeit verheissenden, zarten Blüten der Kätzchen blühen in milden Wintern bereits ab Ende Dezember bis in den Frühjahrsbeginn hinein. Ein Trumpf, der den weiblichen Pflanzen noch bleibt, erscheint im Sommer in Form von prächtigen Trauben purpur-brauner kleiner Früchte. 

Die Becherkatze/der Becherkater können strauchförmig oder als kleine Bäumchen bis zu 4 Meter hoch werden, bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Platz und brauchen bei starken Frösten unbedingt Schutz. Es gibt auch Sorten, wie beispielsweise die von der RHS (Royal Horticultural Society) ausgezeichnete Züchtung 'James Roof', die sich durch eine sehr gute Winterhärte auszeichnen. Becherkater und Becherkatze stammen ursprünglich aus Küstenregionen und fühlen sich deshalb in Meeresnähe auch besonders wohl. Allerdings gibt er auch hier Becherkätzchensorten, die für Inlands- oder Binnenlandsgärten besonders gut geeignet sind wie Garrya fremontii oder Garrya flavenscens. 

Wer also weder Angebern noch unscheinbaren Mauersträuchlein den Vorzug geben will, der hole sich einfach zwei Pflanzen in den Garten. Damit kann er sich zu Frühjahrsbeginn über den noch etwas kühlen Wind freuen, wenn er durch die edlen, kleinen Wasserfällen ähnlichen Kätzchenvorhänge streift und im Sommer über eine Vielzahl kleiner Farbtupfer, die, wenn auch etwas bescheidener, ebenso ihren Beitrag zum Gartenbild leisten!

Bildquelle:  Bestimmte Rechte vorbehalten von hortulus


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