Per Anhalter durch die Galaxis – Vom Mauerblümchen zur Miss Universe.

von Stephanie_Danner | 22.01.2014 | blume , nasa , mond , weltall | 0 Kommentare | Bewertung: 0 Bewertungen

mond blume

mond blume

mond blume

Bewerten:

Gute Nachrichten für alle Kolonisierungsenthusiasten: Die NASA plant Ende 2015 erstmals Pflanzensamen zum Mond zu transportieren um ihren Wachstum unter den Bedingungen lunarer Schwerkraft und Strahlung zu beobachten. Ein wichtiger Schritt, damit die Menschheit in den guten neuen Zeiten auf dem Mond leben und arbeiten kann.

Für mich als Mondlaiin und verträumte Amateurgärtnerin erscheinen bei dieser Nachricht sofort Bilder von höchst ästhetischem Wert: Ein Meer wogender tiefroter Mohnblumenköpfe, beschienen von einer undefinierten grünlichen Lichtquelle in einer sonst kargen graubraunen Landschaft. Von etwas zeugt diese spontane Assoziation recht klar: Ich bin kein Menschenwesen 2.0. Die konkreten Pläne der NASA klingen viel profaner als solch ein transzendentales Bildgefüge. Schon der Weg der Pflanzensamen zur lunaren Raumsonde ist recht pragmatisch – sie werden quasi per Anhalter mit Raumfahrzeugen, die sich im Rahmen des Google Lunar X-prize ein Wettfliegen zum Mond liefern, reisen. Für ihren Aufbruch in die neue Welt sind die Samen in einem kleinen Prototypen untergebracht, einem High-End-Minigewächshaus, mit genug Wasser, Luft und löslichen Nährstoffen um 120 Keimlinge für mindestens 5 Tage zu versorgen. Kurz nach der Landung werden die Samen mit – Überraschung – Wasser versorgt um Keimvorgang und Nährstoffversorgung in Gang zu bringen. Als Lichtquelle soll das natürliche Sonnenlicht auf dem Mond dienen. Während 5-10 Tagen werden die potentiellen Pflänzchen regelmässig fotografiert und ihr Wachstum mit einer Pflänzchenkontrollgruppe auf der Erde verglichen. Was danach mit den Versuchspflanzen passiert, dass bleibt, sagen wir mal, ungewiss.

Die Gleichung dahinter könnte jedoch einfacher nicht sein: Kann sich die Pflanze unter bestimmten Bedingungen gut entwickeln, dann hat auch der Mensch gute Chancen. Pflanzen sind Basis für Nahrung, Luft und Wasser und sorgen zudem nur durch ihre Anwesenheit für mentales Wohlbefinden beim Menschenskind. Sie sind demnach ein unumgehbarer Faktor in der Kolonisierung des Mondes.

Erfreulich bescheiden und einfach gestrickt geben sich die Stars dieses Projekts. Die Protagonisten dieses Versuchs sollen folgende sein: 100 Schaumkressesamen, 10 Basilikumsamen und 10 Exemplare der Rübe. Bei aller Liebe die wir Erdgärtner unseren empfindlichen Setzlingen angedeihen lassen, die Mondrüblinge werden für 5-10 Tage die unumstrittenen Superstars unter all den Rüben der Milchstrasse sein. Meinen ewigen Respekt haben auch die Basilikumpflänzchen, die auf dem Mond besser gedeihen als in meiner Küche. Und, ganz abgesehen von der Tragweite für alle mutigen zukünftigen Mondsiedler - ich bin den pflanzlichen Pionieren unter ihnen den Ruhm in diesem doch recht kurzen Leben im natürlichen Scheinwerferlicht der Sonne voll und ganz vergönnt. 

Bildrechte: Bestimmte Rechte vorbehalten von Angelrays


Stephanie_Danner
Geschrieben von Stephanie_Danner
Folge mir auf:

ficus elastica VORHERIGER ARTIKEL:

Der Gummibaum – Ein Wohnzimmerklassiker

von Natasha Starkell
hund garten NÄCHSTER ARTIKEL:

Die grüne Gefahr II – welche Pflanzen sind giftig für Hunde?

von Natasha Starkell

Beliebte Artikel