Lohnt sich der eigene Gemüsegarten?

von robin | 29.11.2013 | gemüse , garten , schrebergarten , gemüsegarten , gyo | 0 Kommentare | Bewertung: 1 Bewertungen

gemüsegarten

gemüsegarten

der eigene gemüsegarten

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Eigentlich macht ein eigener Gemüsegarten doch gar keinen Sinn, oder? Kosten, Zeit, Nerven... oder sollten wir uns nun alle einen Schrebergarten mieten und loslegen?

Neulich stand ich im Supermarkt und hielt eine überteuerte Bio-Aubergine in der Hand. Sofort gingen die Excel-Listen in meinem Kopf auf und es wurde schnell über den Daumen berechnet, ob ich mir nun selbst einen Schrebergarten zulegen sollte, um das eigene Gemüse anzupflanzen. Sie müssen wissen, ich bin Stadtkind und kann maximal meinen Balkon mit ein paar Kräutern bepflanzen (die ich dann an entsprechenden Abenden mit Freunden unter großem Staunen zur Pasta beisteuern kann). 

Nach wenigen komplexen Berechnungen (Pi mal Daumen = zu viel Zeit und Geld) war ich mit dem Beschluss, doch lieber einzukaufen recht zufrieden. Zu hause angekommen plagte mich allerdings der Gedanke wie ein wackelnder Zahn. Warum begeistern sich Millionen von Menschen für den eigenen Gemüsegarten? Masochismus? Unwissen? Entfernung zum nächsten Supermarkt? Ich rief spät abends meine Mutter an, selbst überzeugte Gärtnerin und immer mit guten Tipps ausgestattet. Ihre Antwort war recht überzeugend: „Aber Kind, das ist doch viel besser“. Eine ähnlich gut argumentierte Antwort bekomme ich übrigens auch jedes mal, wenn ich sie frage, warum eigene Kinder denn so toll sind, wenn sie auf der anderen Seite das halbe Leben lang nur Ärger und Kopfschmerzen bereiten, „aber Kind, das ist das Schönste was es gibt“. 

In der folgenden Nacht träumte ich dann von Gemüsegärten (Natalie Portman bewarb sich praktischer weise als rechte Hand) und von frischem Gemüse auf meinem Teller. und irgendwie schien alles wirklich besser. Nicht nur, dass man weiß woher das Essen kommt, man weiß auch, wie aufwändig der Vorgang ist, man lernt, es besser zu schätzen. Man bekommt eine Verbindung zur Natur und isst wohl wesentlich bewusster. Und ich sah im Traum verdammt gut aus in meiner Gärtnermontur. So jedenfalls stelle ich es mir vor. Vielleicht ist es wie mit all den Millionen Musikern da draußen, die Gitarre oder Schlagzeug spielen, niemals so gut werden wie ihre Idole und dennoch alles Geld und Zeit dafür ausgeben. Denn es macht Spaß, es beruhigt, es bildet, es macht bewusster, und man kann vor den Freunden angeben. Vielleicht sind Gemüsegärtner ja die heimlichen Rockstars der Botanik? 

Heute habe ich meiner Mutter geholfen, Blumenzwiebeln zu pflanzen. Mit schmutziger Hose kniete ich im elterlichen Garten, die Hände voller Dreck, es war kalt und nass. Und dennoch überkam mich eine kindliche Vorfreude als die Erde die Zwiebeln wieder überdeckte. Im Frühjahr werde ich wohl eine Webcam einrichten müssen, um die Entfernung Eltern-Zürich zu überbrücken. Schade, dass man Tulpen nicht essen kann. Aber Schritt für Schritt. Nächstes Ziel: Exotische Früchte. 

Foto: The hills are alive (Away) / Foter.com / CC BY


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