Interview: Flowerville

von Natasha Starkell | 01.01.2013 | kunst , interview | 0 Kommentare | Bewertung: 0 Bewertungen

Interview: Flowerville

Interview: Flowerville

Bilder aus einer anderen Welt.

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Bilder aus einer anderen Welt.

Es ist, als ob man im Dunkeln tappt. Umrisse, Licht und Schatten, Unwissenheit. Die Photogramme von Flowerville beschreiben einen Moment, einen Zauber, ein Geheimnis. Pflanzen aus einer anderen Welt. Wir wollten mehr über diese Welt erfahren und haben Flowerville gebeten uns ein paar Fragen über Fotografie, Pflanzen und Kunst zu beantworten. Die Künstlerin selbst möchte anonym bleiben. Warum? Nun, das ist und bleibt wohl ein Geheimnis!



1. Deine Arbeiten sind wunderschön. Das Henry Talbot Experiment ist sehr außergewöhnlich. Wie bist du auf die Idee gekommen?
?William Henry Fox Talbot war einer der Ersten, der diese photographische Möglichkeit entwickelt hat. Ich bin seinem Verfahren nicht ganz treu geblieben, aber seine Photogramme und Anna Atkins Cyanotypes (ein ähnlicher, aber etwas anderer Prozess) sind sehr inspirierend für mich gewesen. In meinem Fall startete es damit, dass ich anfing, über analoge Fotografie nachzudenken und das Erste, was man lernt, sind Photogramme. Natürlich habe ich auch entwickeln gelernt, aber am liebsten mochte ich die Photogramme und das ist auch seither so geblieben. Ich hab mit neuem normalen photographischen Papier angefangen, aber mit der Zeit bin ich immer mehr dazu über gegangen, altes und zum Teil sehr altes photographisches Papier (50 - 110 Jahre alt) zu benutzen. Kürzlich habe ich dann Glasplatten entdeckt, die oft noch älter als Papier sind. Auch bin ich immer mehr zu sehr kleinen Formaten übergegangen. Ich fing an mit Din A5 und jetzt bevorzuge ich 2 x 2 Inches. Die Pflanzen, die ich benutze, kommen meistens aus meinem Garten oder aus meiner näheren Umgebung.

2. Wie entsteht so ein Bild??
Es ist ein einfacher und kein teurer Prozess. Man braucht photographisches Papier, Entwickler, Stoppbad und Fixierer. In der Dunkelkammer oder in der Sonne legt man die Pflanze auf das Papier. In der Sonne muss man schnell sein, weil das Papier lichtempfindlich ist. Das Papier wird kurz für eine Sekunde belichtet und danach in den Entwickler für 1 -3 Minuten gelegt. Es folgt das Stoppbad, dann der Fixierer und zuletzt wird das Papier mit Wasser gewaschen und getrocknet.

3. Was liebst du an der analogen Fotografie?
?Das kann ich gar nicht genau sagen, vielleicht der handwerkliche Aspekt und die relative Unberechenbarkeit.

4. Hast du ein Lieblingsbild aus deinen Arbeiten?
?Eigentlich nicht wirklich. Vielleicht ein Paar. Meistens mache ich so viele. Einige Bilder sind okay und einige Bilder nicht. Gelegentlich sind sehr Schöne dabei, aber nachdem ich sie gemacht habe, bin ich geistig schon mit den Nächsten beschäftigt.

5. Und was fasziniert dich an Pflanzen?
Ihre Widerstandsfähigkeit und Sanftheit.

6. Gibt es einen Künstler, den du bewunderst??
Ich bewundere Künstler, die ihrer Vision ohne großes Aufheben gefolgt sind und ihrer Idee in Ruhe nachgegangen sind. Langsamkeit und Wiederholung faszinieren mich. Müsste ich Namen nennen, wären das Jankelevitch, Stifter, die ernsteren Sachen von Morgenstern, und natürlich Anna Atkins, Karl Blossfeldt, Talbot...

7.Wenn du eine Pflanze oder Blume sein könntest, welche wäre das und warum??
Vielleicht eine Klematis. Wegen der Blumen und Blätter und ihrer eleganten Art. Ich gebrauche sie auch recht oft in meinen Photogrammen.

8. Wenn du eine Stunde mehr am Tag hättest, was würdest du tun?
Wahrscheinlich nichts. Ich weiß es nicht … vielleicht aus dem Fenster schauen, nachdenken.

9. Den besten Ratschlag, den du je bekommen hast?
Man kann nichts wirklich verlieren, was zu einem gehört.

Lieblingsblume: Schneerose
Lieblingspflanze: Gräser

Pflanze oder Blume? Beides
Balkon oder Garten? Garten
Tee oder Kaffee? Tee
See oder Ozean? Ozean
Sonne oder Mond? Mond
Hunde oder Katzen? Katzen
Drinnen oder Draußen? Drinnen  
Freitag oder Sonntag? Sonntag
Frühling oder Herbst? Herbst

 


Natasha Starkell
Geschrieben von Natasha Starkell

Working mum, struggling with gardening chores.

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