Fünf hartnäckige Irrtümer aus der Gemüseabteilung

von robin | 27.11.2013 | gemüse , gesundheit , ernährung , tradition | 0 Kommentare | Bewertung: 0 Bewertungen

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Wir sind alle in unserer Kindheit und frühen Jugend mit familiären Dogmen des Alltags konditioniert worden. Besonders beliebt, besonders prägend: Falsche Onkel- und Tanten- Weisheiten zum Thema Ernährung.

Spinat ist eine gesunde Eisenmine

Spinat ist lecker. Für die meisten Kinder, deren bitterstoffempfindliche Geschmacksrezeptoren noch nicht so runtergerockt sind wie bei Popeye und anderen Erwachsenen, ist Spinat ein Ekel. Dennoch haben aber Generationen von Müttern im guten Glauben, eine heilige ernährungspositive Mission in Sachen Muskelaufbau zu erfüllen, das grüne Blattgemüse trotz Protest in ihren spinatphoben Nachwuchs gestopft. Schuld war ein simpler Kommaverrutscher. 1890 hatte ein Physiologie-Professor den Eisengehalt von Spinatpulver untersucht und kam auf den Wert von 35 mg Eisen pro 100 g. Durch Unachtsamkeit tauchte dieser Wert später in Nährwerttabellen für frischen Spinat auf. Frischer Spinat besteht aber zum größten Teil aus Wasser und hat lediglich einen mittelmäßigen Eisenanteil von etwa 3,5 mg pro 100 g.

Kopfsalat besteht nur aus Vitaminen

Kopfsalat ist geschmacklich eher trantütig. Seinen guten Ruf hat Salat vor allem seinem angeblich kapitalen Vitaminanteil zu verdanken. Ein einziges Blättchen davon schafft es sogar, einem Hamburger den Status eines Gesundhappens zu verleihen. Dabei ist der Vitaminanteil des fast nur aus Wasser bestehenden Salats überhaupt nicht so großartig (Vitamin C 8 mg pro 100 g, Vitamin B1 und B2 je 0,05 mg). Die schwächliche Vitamin-Armierung wird zudem durch Waschen weiter minimiert. Allein bei Vitamin B9 (Folsäure) hat Kopfsalat exorbitante Werte. Folsäure spielt insbesondere für den Körperhaushalt von schwangeren Frauen eine wichtige Rolle.

Hattu Möhrchen, kann du toll gucken

Oft gehört, aber dennoch nicht wahr: Das Beta-Carotin in der Karotte beugt weder Kurz- noch Weitsichtigkeit vor. Allerdings hat die rotsüßliche Hasenwurzel immerhin einen kleinen optischen Effekt: Das reichlich in der Karotte, aber ebenso reichlich in Eiern, Fisch, Käse und Milchprodukten, vorhandene Vitamin A fördert den Aufbau des Sehpurpurs, der vor allem für das Dämmerungs-Sehen wichtig ist.

Wer Kartoffeln isst, bekommt Hüftgold

Die Mär von den mollig machenden Kartoffeln ist uralt und geht auf den üblichen Soßen- Begleiter der unschuldigen Nachtschattenknolle und Kartoffelableger wie Pommes und Chips zurück. Denn nur noch selten wird die in Feudalzeiten aus der Neuen Welt als Sattmacher für den Pöbel eingeführte Kartoffel pur genossen. Dann hat sie, roh (wer‘s mag) oder gekocht, gerade einmal 60 Kalorien bei 100 g und toppt damit in Hinsicht Leichtigkeit andere Sättigungsbeilagen wie Weizenpasta (160 Kalorien) spielend. Selbst gängiges Tüten- Kartoffelpüree kann mit 90 Kalorien auf 100 g noch als durchaus taillenschmeichelnd durchgehen.

Frischgemüse garantiert die volle Vitamin- und Nährstoff-Dröhnung

Es gibt natürlich viele Menschen, die ernteerdige Wurzeln, frisch vom Acker gepflückten Weißkohl oder rohe Kartoffeln mögen. Ihnen sei der geschmackliche Minderheitenschutz gegönnt, doch die für andere Menschen eher nur als Notalternative zumutbare Rohkost als ernährungskundliches Muss zu propagieren, geht zu weit. Kochen bedeutet in der Regel keine Verminderung des gemüsigen Gutstoffgehalts. Beim Kochen werden die meisten Gemüsesorten, insbesondere Hülsenfrüchte, überhaupt erst verdaulich und können dann ihre Vitamine und Nährstoffe optimal an den menschlichen Körper abgeben.

Photo credit: carabou / Foter.com / CC BY


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