Fotografie: Annet van der Voort

von Natasha Starkell | 16.01.2014 | kunst , annet van der voort , fotografie | 0 Kommentare | Bewertung: 2 Bewertungen

Annet van der Voort

Annet van der Voort

Annet van der Voort

Bewerten:

Bilder, wie sie einst die berühmten Meister der holländischen Malerei schufen – nur nicht als Gemälde, sondern als so genanntes Fotogramm. Mit solch außergewöhnlichen Arbeiten präsentiert sich die niederländische Fotografin Annet van der Voort in der Galerie Anzenberger in Wien. Darüber mussten wir einfach mehr erfahren!

Traumhafte Vanitas-Stillleben und seidig schimmernde Tulpen gehören zu den Arbeiten, die derzeit von Annet van der Voort in der Wiener Galerie zu sehen sind. Die gebürtige Emmenerin hat sich für ihre Serie an einem fotografischen Experiment versucht, das insbesondere in den 1920er und 30er Jahren beliebt war: das Fotogramm. Bei dieser speziellen Art der Fotografie wird kein Fotoapparat verwendet, sondern die Objekte werden direkt auf Fotopapier oder einem lichtempfindlichen Film belichtet.

Ihr Atelier sei ein „Blumenlaboratorium“, meint Annet van der Voort auf unsere Nachfrage. Überall finden sich Tulpen, aber auch andere Blumen in den verschiedensten Stadien der Vergänglichkeit. Die Künstlerin beobachtet den Vorgang und verarbeitet das Ergebnis künstlerisch.

Und warum konzentriert sie sich ausgerechnet auf Tulpen? Na logisch, könnte man glatt meinen, Holland und Tulpen, das gehört einfach zusammen. Da liegst du zwar nicht ganz falsch, aber das mit den Tulpen hat tatsächlich einen bestimmten Hintergrund: Im 17. Jahrhundert wurden Tulpen zu einem Objekt der Begierde, bei Auktionen erzielten sie nahezu astronomische Preise. Wer viel Geld hatte, gab bei Malern Gemälde mit Tulpen in Auftrag, und die waren manchmal sogar preiswerter als die Blumen selbst. Ein wahrer Kult begann sich um den zauberhaften Frühblüher zu ranken. Die herrlichsten neuen Sorten wurden gezüchtet, und die Gärtner strebten danach, den heiligen Gral aller Blumenfreunde zu erschaffen: die schwarze Tulpe. Wie alle Trends ebbte auch dieser irgendwann ab (das war damals nicht anders als heute...), aber die Vanitas-Gemälde mit Tulpen haben Eingang in die Kunstgeschichte gefunden, und nicht wenige von ihnen gehören heute zu den großartigsten Highlights der holländischen Malerei.    

Diese Gemälde waren es dann auch, von denen sich Annet van der Voort inspirieren ließ. Wie die alten Meister der Malerei fügt sie ihren Kunstwerken Schmetterlinge, andere Insekten und kleine Tiere hinzu und schafft so ihre ganz eigene Version von dem, was in der Philosophie und auch der Malerei als Vanitas bekannt ist – Vergehen und Vergänglichkeit. Ihre Stillleben schlagen eine Brücke zwischen Moderne und Vergangenheit und zeigen, dass sich in 400 Jahren zwar einiges verändert haben mag, aber dass wir der Vergänglichkeit nach wie vor nicht entfliehen können...  


Natasha Starkell
Geschrieben von Natasha Starkell

Working mum, struggling with gardening chores.

Folge mir auf:

katze garten VORHERIGER ARTIKEL:

Die grüne Gefahr – welche Pflanzen sind giftig für Katzen?

von Natasha Starkell
wasser NÄCHSTER ARTIKEL:

Zu viel gegossen – was nun?

von Natasha Starkell

Beliebte Artikel