CELLA . Ein sakraler Raum für das wertvolle Grün

von Stephanie_Danner | 30.04.2014 | design , topf , cella , gefäß , blumentopf | 0 Kommentare | Bewertung: 2 Bewertungen

cella

cella

cella design

Bewerten:

Warum das Pflanzengefäss CELLA mehr ist als ein kluger Blumentopf.

An der Harvard Graduate School of Design wird unter anderem seit Jahren an einer Möglichkeit gearbeitet, Pflanzen auf eine neue Art und Weise in unsere urbanen Lebensräume zu bringen. Nach langer Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Zuge des Projekts „Mosspebble“ präsentieren Yongkyu Kim und Jonghyun Baek schliesslich ihr Produkt: CELLA, ein äusserst spezielles Gefäss für Moose oder kleine Pflanzen. 

Der lateinische Begriff Cella bezeichnet erstmal einen kleinen Raum, eine Zelle. Als Cella wurde auch der Hauptraum eines antiken griechischen oder römischen Tempels bezeichnet, in dem zumeist eine Götterstatue aufgestellt war, ebenso wie die innerste Kammer indischer Tempel, die nur von Brahmanen betreten werden durfte. Dann gibt es natürlich noch die Mönchszelle oder auch die Gefängniszelle. In all diesen Bedeutungen ist die Cella weit mehr als nur ein kleiner Raum. Sie ist immer ein Raum, der sehr klar von anderen Räumen getrennt ist, der etwas oder jemandem in besonderem Masse in sich einschliessen und von der restlichen Welt ausschliessen muss. Die Cella steht für eine klare Trennung zwischen ihrem Drinnen und ihrem Draussen, für Schutz vor dem Drinnen oder Schutz vor dem Draussen. 

Und so dürfte - nach Überlegungen der werten Autorin - wohl auch die Namensgebung dieses innovativen Designproduktes zu verstehen sein. CELLA soll eine „Neudefinition urbaner Natur“ sein, für Menschen in Lebensräumen und -rhythmen, die nicht mehr genug Platz und nicht mehr genug Zeit für ein „Leben mit Pflanzen“ gestatten. CELLA ist eine Schnittstelle zwischen künstlichem und natürlichem Lebensraum, ein Raum im Raum, der das, für gestresste Städter fast sakral gewordene, Grün in sich einschliesst, beschützt und wachsen lässt. Dabei ist CELLA flexibel: es ist aus leichtem, nachgiebigem Material; die einzelnen Einheiten können wie ein Mobile von der Decke hängen, an der Wand fixiert oder einfach aufgestellt werden und funktionieren als Einzelstücke oder als zusammengesetzter CELLA-Garten. Die mit Moosen gefüllten Behältnisse, die in ihrer Form selbst an organische Strukturen erinnern, sind im Prinzip selbstversorgend. Da Moos alle Nährstoffe aus der Luft bezieht, braucht es keine Erde um zu leben. Werden die Moosgefässe also draussen installiert, dann brauchen sie weder Pflege noch Wasser. Ausserdem können in CELLA auch kleine Pflanzen, mit einer Grösse bis zu 30 oder 40cm gesetzt werden – Am besten in Form von Samen oder Setzlingen. Für viele Kräuter ist CELLA beispielsweise wunderbar geeignet. Werden die Mini-Pflanzen-Räume und ihr wertvoller Inhalt im Innenraum platziert, so reicht es, das Moos oder die Erde zwei- bis dreimal die Woche mit einer Sprühflasche zu befeuchten. Nur bei der Installation eines richtigen CELLA-Gartens ist ein Auffangbehältnis für das Wasser notwendig. 

Wer dem wahnsinnigen Rhythmus ein Schnippchen schlagen will, der uns dazu zwingt eigene heilige Stätten für ein bisschen Grün in unserem Leben entwickeln zu müssen, der sollte eben genau diese Stätten unterstützen um neuen Ansätzen für ein wachsendes Selbstverständnis von einem Leben mit Pflanzen mehr Kraft zu geben. Das Projekt CELLA beispielsweise kann noch bis 11. Mai auf Kickstarter unterstützt und gepusht werden!


Stephanie_Danner
Geschrieben von Stephanie_Danner
Folge mir auf:

Viburnum tinus Gwenllian VORHERIGER ARTIKEL:

Unsere Pflanze der Woche: Schneeball (Viburnum)

von Stephanie_Danner
botanischer Garten NÄCHSTER ARTIKEL:

Ein Kurzurlaub im botanischen Garten von Hamburg

von Stephanie_Danner

Beliebte Artikel