Algen – der Plagegeist des Jahres

von Natasha Starkell | 23.12.2013 | algen , pest , umwelt | 0 Kommentare | Bewertung: 1 Bewertungen

Alge

Alge

Alge

Bewerten:

Die Chinesen sind ja bekannt dafür, hart im Nehmen zu sein. Vermutlich deshalb zeigten sie sogar reichlich Humor, als ihre Strände diesen Sommer von so vielen Algen überschwemmt wurden, dass es eher nach grünem Kuschel-Teppich als nach blauem Meer aussah. Uns pingelige Deutsche hätte das wohl ganz schnell vom Strand vertrieben, die Chinesen dagegen stellten lustige Fotos ins Internet.

Grund für die „grüne Pest“ war eine enorme Ausbreitung von Algen (Algae). Falls du ein Aquarium oder einen Teich hast, dürfte dich schon öfters der grüne Film genervt haben, der sich unter optimalen Bedingungen in der Tat ausbreitet wie die Pest. In größeren Mengen produzieren Algen zudem giftige Gase, die zu allem Überfluss auch noch stinken wie Millionen faule Eier... 

Die Chinesen jedenfalls haben innerhalb kurzer Zeit satte 20.000 Tonnen Algen aus dem Meer gefischt. Wo kamen die bloß her? Vermutlich waberten sie sich ihren Weg vom Süden herauf, wo es große Farmen zum Anbau von Algen gibt, die später als Nori im Sushi landen.

Aha, Algen sind also nicht nur Plagegeister...

Mitnichten! Insbesondere in der asiatischen Küche werden sie wegen ihres Nährwertes geschätzt, außerdem sind sie ein wichtiger Bestandteil von Düngemitteln und werden auch für die Erzeugung von Energie aus Biomasse genutzt. Mehr noch: Algen sind fundamental für das Leben auf der Erde! Aus deinem Biounterricht kannst du dich vielleicht noch an die Photosynthese erinnern. Das war die Sache, bei der Pflanzen aus Kohlendioxid und anderen Zutaten Sauerstoff machen. Und der Anteil der Algen an der globalen Photosynthese beträgt immerhin 45 Prozent! Außerdem tragen sie zur Reduzierung der globalen Erwärmung bei und bilden das untere Ende der Futterkette in den Weltmeeren.

Hm, das klingt eigentlich nach viel mehr Plus als Minus, oder? Sagen wir mal so – so lange man das Grünzeug nicht wie die Chinesen in Massen ertragen muss auf alle Fälle. Außerdem muss man auch differenzieren, Alge ist nämlich nicht gleich Alge. Forscher gehen von weltweit rund 400.000 Arten aus – einige so klein, dass man sie mit bloßem Auge gar nicht sehen kann, andere bis zu 40 Meter lang!     

Wie du siehst, sind Algen eine interessante Sache. Sie können total nerven, schädlich und sogar tödlich sein, aber sie haben auch viele positive Seiten. Immerhin könnten wir ohne sie nicht überleben. Wenn du das nächste Mal deinen Teich oder dein Aquarium von dem lästigen Grün befreist, siehst du es jetzt vielleicht mit anderen Augen... 

Foto: Bobby Mckay


Natasha Starkell
Geschrieben von Natasha Starkell

Working mum, struggling with gardening chores.

Folge mir auf:

Kiasma VORHERIGER ARTIKEL:

My Fake Plants Died

von robin
xmas tree NÄCHSTER ARTIKEL:

Weihnachten ohne Pflanzen?

von Natasha Starkell

Beliebte Artikel